Publié le 08/07/2021

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Pascale Toussing, Direktorin der Steuerverwaltung, wünscht sich eine Beschleunigung der Digitalisierung der Steuererklärungen. (Bild: Editpress/Didier Sylvestre)

Donnerstag, 08. Juli 2021 09:08

Offene Steuererklärungen

Steuerrückzahlung verzögert sich aus vielerlei Gründen

LUXEMBURG – Mehrere Zehntausend Steuererklärungen, darunter einige für das Jahr 2016, warten beim Steueramt noch auf ihre Bearbeitung.

Steuerzahler müssen derzeit bei der Rückerstattung ihrer Steuern Geduld mitbringen. Zahlreiche Steuererklärungen für die Jahre 2019, 2018, 2017 und 2016 sind bislang noch nicht bearbeitet worden. Das geht aus Zahlen hervor, die L’essentiel von der Luxemburger Steuerverwaltung erhalten hat.

Für das Jahr 2019 rechnen die Beamten mit 70.000 Steuererklärungen, die noch zu bearbeiten sind. In dieser Zahl enthalten sind auch mehr als 20.000 Erklärungen, die bisher noch nicht eingereicht worden sind. Von den 22.000 offenen Vorgängen für das Steuerjahr 2018 fehlen in rund 20.000 Fällen ebenfalls die Erklärungen. Für 2017 sind noch 4000 Vorgänge ausstehend und aus 2016 müssen Hunderte Steuerpflichtige noch ihre Unterlagen abgeben.

Vielfältige Gründe für Verzögerungen

 

Dabei hat die verspätete Bearbeitung mehrere Ursachen. «Die Verzögerung hängt größtenteils damit zusammen, dass die Steuererklärungen nicht rechtzeitig abgegeben werden», erklärt Pascale Toussing, Direktorin der Steuerverwaltung. Außerdem sei die Zahl der zu bearbeitenden Steuererklärungen drastisch gestiegen; 2018 sind nach Verwaltungsangaben rund 70.000 Erklärungen mehr eingegangen als im Jahr davor.

Obwohl erst kürzlich mehr Personal zugesagt worden sei, würden die Mitarbeiter nicht ausreichen, um alle Steuererklärungen zeitnah abzuarbeiten. Außerdem macht Toussing eine unzureichende Digitalisierung für die Verzögerung verantwortlich. «Sie können aber sicher sein, dass unsere Steuerbeamten alles tun, um alle Steuererklärungen so schnell wie möglich zu bearbeiten», versichert die Direktorin.

 

«Jede einzelne Steuererklärung ist von Bedeutung»

 

Eine Verzögerung kann aber auch durch unvollständige Steuererklärungen verursacht werden. Dann müsse man Dokumente hin und her schicken, das koste Zeit. «Jede Steuererklärung ist anders und ihre Bearbeitung benötigt Zeit», sagt Alain Kugener, Leiter der Abteilung für Steuerkontrolle. Nicht alle Steuerzahler würden zudem eine Steuerrückerstattung bekommen, «Einige davon schulden dem Steueramt Geld», ergänzt er.

Auf dem Schreibtisch der Beamten landen gleichzeitig alte und neue Steuererklärungen. Die älteren Unterlagen haben dabei aufgrund der Verjährungsfrist Vorrang (Fünf Jahre bei Einkommensteuererklärungen). «Wir wollen niemanden benachteiligen. Jede einzelne Steuererklärung ist von Bedeutung», betont Kugener.

In Luxemburg sind Steuerzahler aufgefordert, ihre Einkommenssteuererklärung bis zum 31. März der Steuerverwaltung zu übermitteln. Doch aufgrund der Corona-Pandemie wurde diese Frist bis zum 30. Juni verlängert. Ob diese Frist für das Steuerjahr 2021 weiterhin gelten wird, hänge vom Gesetzgeber ab. «Je länger die Frist, je später werden die Steuererklärungen eingereicht», so die Direktorin der Steuerverwaltung. Eine Woche vor der gesetzlichen Frist waren nur 40 Prozent der Steuererklärungen für das Jahr 2020 beim Steueramt eingegangen.(pp/L’essentiel)